Tabea Lachnit

Nach ihren ersten vier Monaten im Projekt Youthcare and Community in Samaná in der Dominikanischen Republik gibt uns Tabea Lachnit einen ersten Erfahrungsbericht. 

Mein Leben in der Dominikanischen Republik - September bis Dezember 2016

Drei Monate bin ich jetzt schon in der Dominikanischen Republik und ich kann es gar nicht fassen, dass jetzt schon ein Viertel der gesamten Zeit vorbei ist. Mir kommt es wie gestern vor, als wir mit einem viel zu kleinen und fast auseinanderfallenden Bus hier in Samaná angekommen sind.

Generell unterscheidet sich die Lebenseinstellung der Menschen hier sehr zu der in Deutschland. „Mach ich es heute nicht, mache ich es morgen und wenn es regnet geht sowieso gar nichts.“ - beschreibt die Einstellung eines Großteils der Bevölkerung. Stress kennt man hier nicht.

Zunächst war das für uns etwas befremdlich, aber durch die hohen Temperaturen, verbunden mit der Luftfeuchtigkeit, ist es fast unmöglich Stress aufzubauen und wir merkten schnell, dass hier selbst Einkaufen gehen zum Hochleistungssport wird. Insofern ist es ganz gut, dass man sich seine Arbeit relativ frei einteilen kann. Feste Termine sind bei mir lediglich Dienstag bis Donnerstag von 14:00 bis 17:00 Uhr Schule und vormittags einige Vorbereitungsmeetings. In der Organisation vor Ort ist viel Eigeninitiative gefragt und man kann zusätzlich einige kleinere Projekte mitplanen und umsetzten. So gebe ich beispielsweise nebenher Englischunterricht für die Einheimischen, gehe in öffentliche Schulen um mit den Kindern über Recycling zu sprechen, oder helfe bei der Organisation eines Festivals zum Schutz von Schildkröten mit.

In der Schule ist definitiv viel Geduld nötig. Dies war für mich zu Beginn die größte Herausforderung. Es kann sehr anstrengend sein, Kindern auf einer anderen Sprache Mathe oder das Alphabet beizubringen, besonders wenn man es sehr oft wiederholen muss. Umso schöner ist es dann, die Fortschritte der Kinder zu sehen oder die Dankbarkeit und das Vertrauen von ihnen zu spüren. Man lernt Kleinigkeiten wertzuschätzen und das nicht nur bei der Arbeit.

Letztes Wochenende waren wir in Santo Domingo und ich hätte niemals gedacht, dass ich mich so über einen gut sortierten Supermarkt oder eine warme Dusche freuen würde. Auch Stille hat für mich jetzt einen ganz anderen Stellenwert. Denn dadurch, dass die Dominikaner sehr gerne sehr laut Musik hören und immer viele Tiere, wie Hähne oder Hunde unterwegs sind, ist es nie wirklich still. Dennoch genieße ich das Leben hier in vollen Zügen.

Durch die Organisation hier vor Ort sind permanent andere Freiwillige aus der ganzen Welt (aber größtenteils aus Deutschland) da. Mit ihnen machen wir am Wochenende oft Ausflüge zu Stränden, Wasserfällen oder besichtigen Städte. Gerade landschaftlich hat die Dominikanische Republik wirklich unglaublich viel zu bieten. So ist beispielsweise der angeblich schönste Strand der Karibik, Playa Rincon, nur eine dreiviertel Stunde von uns entfernt und ich habe nicht nur einmal gedacht wirklich im Paradies zu leben. Von unserem Balkon aus können wir auf die Bucht von Samaná gucken und zu Fuß sind wir in 15 min. am „hässlichen Strand“. Hässlich, weil er keinen strahlend weißen Sand und glasklares Wasser hat. Er übertrifft dennoch alle Erwartungen, die ein Durchschnittseuropäer an einen Strand hat.

Auch die Einheimischen sind unglaublich offen und hilfsbereit. Zwar muss man sich daran gewöhnen, dass man durch sein Aussehen sehr auffällt und man gerade als Frau die Aufmerksamkeit aller Männer auf sich zieht. Jedoch freuen sich die Menschen, wenn man mit ihnen redet und die Hilfe, die man hier leistet, wird sehr geschätzt. Nicht nur einmal wurde mir gesagt, ich könne sie jeder Zeit anrufen, wenn ich Probleme habe.

Aus diesen Gründen hatte ich bis jetzt auch noch nicht wirklich Heimweh. Natürlich vermisst man mal deutsches Essen oder Familie und Freunde, jedoch wollte ich bis jetzt eigentlich immer eher dass meine Familie hier her kommt, um ihnen die ganzen wunderschönen Orte und die Art hier zu Leben zu zeigen.

Von dem her freue ich mich auf das nächste dreiviertel Jahr und die vielen neuen Erlebnisse!

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