Freiwilliges Soziales Jahr in Norwegen

Paula Lohmann

Paula Lohmann verbringt ihren Freiwilligendienst 2016/17 in Moi in Norwegen in der Lundheim Folkehogskole. Wir haben sie gebeten, uns einen Erfahrungsbericht über ihre ersten Monate zu schreiben.

,,Han en god dag!“

Dieser Satz bedeutet so viel wie ,,Habt einen guten Tag“ und beendet die morgendliche Versammlung aller Schüler und Lehrer. Gleichzeitig beginnt dann auch mein Arbeitstag in der Lundheim Folkehogskole in Moi, Norwegen.

Ich lebe zusammen mit elf anderen Stipendiaten, wie wir hier genannt werden, auf dem Schulgelände in einem Haus, das Gammlebygge (altes Haus) genannt wird. Momentan leben hier sieben norwegische Jungs und vier deutsche Mädchen als Freiwillige mit mir in der WG. Ich kann mich auf die anderen ,,Stips“ verlassen. Die anderen Freiwilligen sind gute Freunde geworden die mir bei allen möglichen Herausforderung zur Seite stehen und deren Unterstützung ich sehr wert schätze.

Über die Schule kann man sagen, dass sie Schülern mit und ohne Körperlicher Behinderung über ein Jahr lang durch die von den Schülern selber gewählten ,,Linien“ eine Möglichkeit zur Weiterbildung bietet Die Schüler leben alle gemeinsam in der Schule. Es gibt verschiedene ,,Linien“, die von den Schülern gewählt werden können. Diese sind Kochen, Musik, Film und TV, E-Sport, Sport, Media, Theater und Cosplay, Kreativ Data und global Perspektive. Für die Schüler mit einer Behinderung gibt es dazu noch die ,,Linie“ Allround.

Meine Arbeit lässt sich in zwei Aufgabenfelder unterteilen. Zum Einen unterstütze ich die Lehrer in den Linien oder unterrichte sogar manchmal selber, dabei wurde ich am Anfang des Jahres unter Berücksichtigung meiner Interessen und Fähigkeiten in zwei ,,Linien“ eingeteilt.

Diese sind bei mir Sport und Kochen. In Sport werden verschiedene Sportarten thematisiert wie zum Beispiel Kanu fahren, Schießen oder Basketball. Besonders gefällt mir dabei, dass man in dieser ,,Linie“ viel unterwegs ist und auch viel von der wunderschönen Natur Norwegens sehen kann. In Gla´mat, wie die Koch -,,Linie“ genannt wird, werden verschiedene Rezepte zusammen gekocht und im Anschluss gemeinsam gegessen. Hier lerne ich viel dazu und kann norwegische Rezepte zusammen mit den Schülern kochen. Ebenfalls ist es in den ,,Linien“ meine Aufgabe die Schüler mit einer Behinderung zu betreuen.

Das zweite Aufgabenfeld nennen wir hier ,,Internatsarbeit“. Es gibt verschiedene Schichten die man in der Woche hat. Dazu bekommt man einen Schichtplan, normalerweise dauert eine Schicht sieben Stunden. Es gibt Optak (Frühschicht), in der man von sieben bis 11:45 Uhr arbeitet, dabei ist es meine Aufgabe Schülern beim Anziehen, waschen und beim Essen zu assistieren. Die Senvakt Schicht (Spätschicht) geht von 15.00 bis 22.00 Uhr. In dieser Schicht bekommen wir einen Pieper. Dieser zeigt an, in welchem Raum gerade ein Schüler Hilfe benötigt. Dementsprechend helfen wir dann dort, wo Hilfe gerade benötigt wird. Dazu gehört unter anderem Duschen, Zähneputzen oder Essen anreichen.

Mein Alltag besteht aus dem ,,Linien“-Unterricht, welcher um 8:00 Uhr beginnt und um 14:00 Uhr endet. Zusätzlich kann ich dann, je nach Tag und Woche, auch noch eine Internatsschicht haben. Nachmittags werden verschiedene Freizeitaktivitäten angeboten, wie z.B. Gitarre spielen oder Volleyball. Die Möglichkeiten am Wochenende sind eingeschränkt, da man selber auf dem Schulgelände wohnt und der Ort, in dem sich die Schule befindet, sehr klein ist. Man hat jedoch die Möglichkeit nach Flekkefjord zu fahren, einer kleinen Stadt in der Nähe von Moi, in der man gemütlich einen Kaffee trinken oder eine Pizza essen gehen kann.

Langweilig wird mir jedoch nie, da im Internat immer etwas los ist und man sich mit der Zeit auch mit den Schülern anfreundet. Auf Zusammenhalt und ein Gemeinschaftsgefühl wird in der Lundheim Folkehogskole besonders Wert gelegt. Zu beobachten, mit welcher Selbstverständlichkeit die Schüler sich untereinander helfen und wie die Rücksicht auf Menschen mit einer Behinderung zur Selbstverständlichkeit wird, hat auf mich einen starken Eindruck gemacht. Dies zu sehen war für mich einer der schönsten Erfahrungen der letzten Monate.

Eine Herausforderung für mich stellte anfangs die Pflege der Schüler dar, bei der man ins ,,kalte Wasser“ geschmissen wurde und z.B. zum ersten Mal eine Person beim Duschen assistieren sollte. Jedoch stellt dies für mich keinerlei Problem mehr dar; nach kurzer Zeit wurde ich viel sicherer und eigenständiger.

Für die kommenden Monate möchte ich mehr eigene Projekte für die Schüler anbieten und planen und weiterhin so eine gute Zeit haben wie bisher.

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