Freiwilliges Soziales Jahr auf Malta

Miriam Müller

Mit unserer Freiwilligen Miriam Müller haben wir bei ihrem zweiten Zwischenbericht ein Interview geführt. Das Thema lautete "Kulturwahrnehmung" und wir wollten wissen, welche Erfahrungen sie in diesem Bereich auf Malta gemacht hat. Hier könnt ihr einige Auzüge lesen:

DRK: Miriam, du bis jetzt seit sechs Monaten im Ausland und absolvierst deinen Internationalen Jugendfreiwilligendienst in einem Therapiezentrum auf Malta. Wie geht es dir bei dem Gedanken, dass du die Hälfte schon geschafft hast?

Miriam: Mir geht es nach wie vor sehr gut. Die Formulierung "es geschafft zu haben" finde ich in  diesem Kontext nicht gut gewählt. Es klingt für mich wie eine Hürde, etwas Negatives, das man durchstehen muss. Natürlich ist es eine Herausforderung, ein Jahr im Ausland zu verbringen. Ich bin jetzt sechs Monate hier, habe tolle Erfahrungen gesammelt, nette Leute kennengelernt, bin um einiges selbstständiger geworden und habe mich persönlich enorm weiterentwickelt. Daher sage ich lieber "Was? Schon ein halbes Jahr um?". Ich bin überrascht, wie schnell die Zeit vergeht und wie viele Momente ich hier schon erlebt habe, die ich nicht so schnell vergessen werde. Wenn ich daran denke, dass schon ein halbes Jahr um ist, werde ich etwas traurig, weil ich noch gar nicht an das Ende meines FSJ hier denken möchte.

DRK: Wenn Menschen für eine längere Zeit in ein anderes Land reisen, sprechen sie oft von einem Kulturschock. Hast du ebenfalls einen erlebt? Wie bist du damit umgegangen?

Miriam: Ich weiß nicht, ob ich da wirklich von einem Kulturschock sprechen kann. Das Wort "Schock" finde ich grundsätzlich sehr mächtig. Aber bei mir war es so, dass mir gewisse Situationen oder Gegebenheiten, die mir anfangs gefielen, nach einer Zeit auf die Nerven gegangen sind. Das fühlte sich aber schlimmer an, als es letztlich war. Beispielsweise die Art, wie die Menschen hier Auto fahren oder die Kirchenglocke, die jeden Tag um 7:30, 13:00 und 19:30 geläutet hat oder die maltesische Sprache, die sich in meinen Ohren recht aggressiv anhört. Ok, vielleicht gilt das alles doch als Kulturschock, aber den hatte ich mir wirklich schlimmer vorgestellt. Tatsächlich dreht sich die Welt hier aber genauso weiter wie zuhause, wenn man einfach mal einen schlechten Tag hat. Denn mehr ist es am Ende nicht: ein schlechter Tag, an dem man wegen den unterschiedlichsten Dingen mal genervt sein kann.

DRK: Wie bist du damit umgegangen?

Miriam: Ich war beispielsweise ein paar Stunden am Strand und habe mich in die Sonne gesetzt und Musik gehört. Wenn ich jetzt mal einen schlechten Tag habe, gehe ich manchmal auch zum Sport. Mich hat es hier zum Glück gut getroffen, denn es gibt viele andere Freiwillige in meiner Einsatzstelle, mit denen ich mich super austauschen kann. Außerdem ist es in einer Gruppe leichter, die Stimmung wieder aufzubessern.

DRK: Wenn du an Deutschland denkst, gibt es da etwas Bestimmtes, das du besonders vermisst? Möchtest du manchmal zurück?

Miriam:Ich denke es ist normal, dass zwischendurch auch mal Heimweh hat. Ich hatte das erst vor Kurzem. Das war nicht schlimm, aber wenn man vom Bachleorabschluss der Schwester hört oder einfach Mamas Essen vermisst, mag man doch mal daheim sein. Trotzdem fühle ich mich hier wohl und werde das letzte halbe Jahr genießen.

DRK: Mamas Essen, das ist wohl sehr typisch. Vermisst du denn auch bezüglich der deutschen Kultur etwas oder im materiellen Bereich?

Miriam: Das klingt vielleicht lustig, aber tatsächlich vermisse ich meine Kleidung, da ich natürlich nicht alles mitnehmen konnte. Menschlich gesehen vermisse ich meine Freunde und natürlich meine Familie. Allerdings denke ich eher daran, sie alle lieber hierher nach Malta zu holen und sie hier zu sehen, anstatt nach Hause zu fahren. Ich fühle mich hier so wohl, dass ich am liebsten alles, was mir lieb ist, nach Malta holen mag, um meine Erfahrung mit den Menschen, die ich liebe, zu teilen.

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