Leah Vogel

Leah Vogel verbrachte ihr Freiwilliges Soziales Jahr 2016/17 auf Malta. Wir haben sie nach den ersten Monaten gebeten, uns etwas über ihre Einsatzstelle und ihr Leben auf der Insel zu berichten:

Über meine Einrichtung

Seit dem 1. September 2016 arbeite ich nun schon im Bright Sparks Childcare Centre. Dies ist kein Kindergarten, wie ich anfangs dachte, sondern ein Childcare Centre, also eine Einrichtung für Kinder bevor sie in den Kindergarten kommen.

Hier auf Malta ist es nämlich so, dass der Kindergarten, wie man ihn auch aus Deutschland kennt, erst Kinder ab drei Jahre nimmt. Davor geben viele Eltern ihre Kinder in Childcare Einrichtungen zur Betreuung. Trotzdem ist die Einrichtung einem deutschen Kindergarten sehr ähnlich.

Das Bright Sparks Child Care Centre ist im Vergleich zu deutschen Einrichtungen relativ klein. Eltern können ihre Kinder ab dem Alter von drei Monaten anmelden und wenn die Kinder drei Jahre alt sind wechseln sie in einen Kindergarten. Momentan haben wir 20 Kinder: Das jüngste ist erst 6 Monate alt und das älteste Kind ist 2 ½ Jahre alt.

Der Ablauf im Child Care Centre

Es gibt zwar einen groben Tagesablauf, aber trotzdem ist jeder Tag total verschieden. Da wir Kinder in sehr unterschiedlichen Altersstufen haben wird das Programm sehr stark auf die einzelnen Kinder zurecht gelegt und ist immer an das große Monatsthema angelehnt.

Ein ganz normaler Arbeitstag für mich

Ein normaler Arbeitstag beginnt für mich um 8 Uhr morgens. Ein paar Kinder sind dann schon da, da die Einrichtung um 6 Uhr öffnet. Von acht bis neun kommen jedoch die meisten Kinder. In der Zeit bekommen die Babys noch Frühstück und die Größeren können auf dem Sofa sitzen und Fernsehen gucken oder frei spielen. In dieser Zeit gehört es zu meinen Aufgaben die Tür für die Kinder zu öffnen, ihr Essen aus den Taschen zu räumen und oft füttere ich morgens eins von den Babys. Eine der wichtigsten Aufgaben zu der Zeit ist es jedoch die neu angekommenen Kinder herzlich mit Umarmungen zu begrüßen. In der Einrichtung wird sehr darauf geachtet, dass die Kinder sich zuhause fühlen und so gehört dies zu unserem Morgenritual.

Das Morgenprogramm startet

Wenn dann um neun Uhr die meisten Kinder da sind fangen wir mit dem Morgenprogramm an. Für circa 45 Minuten hören wir Lieder, tanzen, singen oder machen „physical activities“, wie zum Beispiel Balancieren, Klettern und Rutschen oder spielen mit Hulla Hoops.. Ab 9.45 Uhr folgt dann der ruhigere Part. Es werden Lieder angemacht wie z.B. „The wheels on the bus“ oder „Incy wincy spider“, bei denen es um das Trainieren der Feinmotorik geht. Dabei sitzen die Kinder auf dem Sofa oder auf Stühlen um uns herum und wir machen mit ihnen zusammen die Bewegungen zu den verschiedenen Liedern.

Frühstückssnack

Während des ruhigeren Parts werden die Tische für den Frühstückssnack vorbereitet und gegen 10 Uhr gibt es dann Essen. In der Essenszeit versuche ich einfach da zu helfen, wo es gerade am meisten gebraucht wird, da es manchmal etwas chaotisch ist, wenn 20 Kinder gleichzeitig essen wollen. Aufräumen und nappy change Nach dem Essen, circa gegen 9.30 Uhr muss dann aufgeräumt, sauber gemacht und die Windel gewechselt werden. In der Zeit haben die Kinder die Möglichkeit in einem großen Raum mit vielen Spielzeugen frei zu spielen.

Basteln, malen oder spielen

Gegen 11 Uhr beginnt dann das eigentliche Programm. Jeden Tag gibt es mindestens eine Bastel- oder Malaktion, immer passend zu dem momentanen Thema. In der Zeit in der die eine Gruppe bastelt machen die anderen Gruppen anderes Programm, z.B. mit Knete spielen, Bücher lesen, Musik machen oder Puzzeln. Das Programm ist immer sehr vielfältig und abwechslungsreich. Bei gutem Wetter wird auch der kleine Outdoorbereich genutzt.

Kleiner Einblick in meine Aufgaben

Ich bin nicht einer bestimmten Gruppe zugewiesen, sondern helfe immer da wo ich gebraucht werde. Oft kann ich mir aussuchen bei welchen Aktionen ich helfe, ob ich lieber mit bastel oder mit den Kindern mit Blöcken oder Ähnlichem spiele.

Mittagessen

Um 13.00 Uhr werden ein paar Kinder abgeholt, die meisten bleiben jedoch bis 14 oder 15 Uhr. Die Kinder, die nicht gegen 13.00 Uhr abgeholt werden, bekommen dann Mittagessen.

Warten bis man abgeholt wird

Nach dem Mittagessen werden alle Kinder abholbereit gemacht, manche werden schlafen gelegt und dann wird aufgeräumt und geputzt, währenddessen gucken die Kinder Fernsehen oder spielen. Die Zeit nutze ich oft um mit den Kindern herum zu toben, Flugzeug zu spielen, Umarmungen zu verteilen oder einfach mit den Kindern mit Spielzeugen zu spielen. Um 15 Uhr endet meine Schicht und nur noch wenige Kinder sind dann da. Die Einrichtung hat jedoch noch bis 16.30 Uhr geöffnet.

Es ist echt schwer meinen Arbeitsalltag zu beschreiben. Es gibt zwar ungefähre Abläufe, aber da man mit kleinen Kindern zusammen arbeitet ändert sich das oft und man kann nicht immer das machen was man auch geplant hat. Man muss sehr flexibel sein und auf die Kinder eingehen, das Programm speziell auf die Stimmung in der Gruppe und die der einzelnen Kinder anpassen und auf die Kinder eingehen. Außerdem ist mein Aufgabenbereich echt groß. Ich helfe immer da wo ich kann und da die Tage so unterschiedlich sind, mache ich auch immer wieder neue Dinge. Vor allem assistiere ich aber meinen Kolleginnen und bespaße die Kinder und das macht mir sehr viel Spaß!

Meine Freizeit

Meistens bin ich wenn ich nach Hause komme relativ müde und hungrig. Die Arbeit in der Einrichtung macht mir echt viel Spaß, aber sie ist auch sehr anstrengend und so genieße ich es mich nach der Arbeit zu entspannen. Unter der Woche chille ich viel bei uns in der Wohnung. Im Sommer war ich fast jeden Tag nach der Arbeit am Strand, aber dafür ist es jetzt leider zu kalt. Stattdessen koche ich und gucke dann Serien, bin an meinem PC oder lese ein Buch.

Freunde treffen

Ab und zu gehe ich mit den Mädels zusammen zu Treffen mit den Erasmusstudenten. Dort lernt man schnell nette Leute kennen. Am Wochenende unternehme ich immer viel den anderen Freiwilligen. Wir sind fast jedes Wochenende abends unterwegs und treffen uns mit unseren Freunden. Nachmittags an den Wochenenden, nach dem wir lange geschlafen haben, sind wir oft auf Ausflügen und erkunden die Insel. Es ist sehr cool, dass die Andern auch so viel Interesse daran haben die Insel weiter zu erkunden. Die Insel ist zu jeder Jahreszeit super schön und es gibt immer was Neues zu entdecken. Man mag zwar denken, dass Malta schnell langweilig wird, die Insel kommt einem trotzdem größer vor als man denkt.

Meine schönsten Momente

Ich habe lange darüber nachgedacht, was einer meiner schönsten Momente war und es ist echt schwer das so genau zu sagen, da es schon so viele gab.

Im Kindergarten eingelebt

Ich erinnere mich jedoch noch sehr gut an einen Moment in meinem ersten Monat im Kindergarten. Anfangs war es nicht so einfach mit den ganzen neuen Kindern und die Kinder waren mir gegenüber auch erst noch skeptisch. Als wir draußen auf der Rutsche gespielt haben ist ein Kind hingefallen und hat angefangen zu weinen. Ich fand es dann total schön, dass es zu mir gekommen ist um getröstet zu werden. Das hat mir gezeigt, dass die Kinder akzeptiert haben, dass ich nun da bin und dass sie mich als Erzieherin ansehen, als jemand der ihnen helfen kann. Ich hab das Kind dann in der Arm genommen und getröstet und ganz schnell war es wieder auf den Beinen und hat weiter gespielt. Es war ein sehr schöner Moment für mich und ich war sehr stolz, dass ich dem Kind helfen konnte.

Tolle Leute, tolle Landschaft

Ein sehr toller Moment in letzter Zeit war als ich mit zwei guten Freunden am Tuffieha Bay lang gewandert bin und wir oben auf den Klippen auf das traumhaft schöne Wasser geguckt haben. Alles war ruhig, still und friedlich. Die Sonne schien, ich war bei Leuten die ich mag, und irgendwie schien einfach alles perfekt. Ich habe es genossen einfach nur da zu sitzen, Kekse zu essen, mich mit ihnen zu unterhalten und zu genießen, dass ich in dem wunderschönen Malta bin.

Herausforderungen meistern

Das Einleben

Die größte Herausforderung für mich war es, mich hier einzuleben und mich wirklich zuhause zu fühle. Es war nicht einfach plötzlich in einem anderen Land zu leben, mit fast fremden Leuten zusammen in einer neuen Umgebung. Anfangs hatte ich das Gefühl ich müsste auch direkt alles hinbekommen. Es war erst noch ungewohnt mit neuen Leuten so eng zusammen zu wohnen und wir haben alle etwas Zeit gebraucht um sich den anderen anzupassen und akzeptieren, dass einige Dinge nun mal so sind wie sie sind. In dieser Zeit haben wir alle sehr wertvolle Erfahrungen gemacht was das Zusammenleben angeht. Nach einiger Zeit hatte ich mich jedoch eingewöhnt, kannte unsere Umgebung, wusste wie man nach Hause kommt, welchen Bus man nimmt und seitdem habe ich mir hier erst richtig zuhause gefühlt. Ich habe festgestellt was für ein cooles Gefühl es manchmal ist sich in einem Land fremd zu fühlen und sich nicht auszukennen und genau so schön ist es sich nun umso heimischer zu fühlen und Malta als sein zu Hause anzusehen.

Mein Fazit zu den letzten drei ½ Monaten

Abschließend kann ich sagen, dass ich echt stolz darauf bin, was ich alles schon erreicht und erlebt habe. Für mich gehören die anderen Freiwilligen schon zur Familie und ich bin froh solche tollen Menschen kennen gelernt zu haben und ich fühle mich immer sehr wohl, wenn ich mit ihnen unterwegs bin. Außerdem finde ich es sehr schön, dass wir immer viel unternehmen, so wird einem nie langweilig und es ist immer was los. Es ist schön zu wissen, dass man nun hier angekommen ist und sich ein neues Leben aufgebaut hat. Ich freue mich sehr darüber, dass wir schon so viele nette Leute kennen gelernt haben und ich habe viele von ihnen schon ins Herz geschlossen. Wenn ich jetzt daran denke, dass wir all das Ende August für immer hinter uns lassen werde ich traurig. Und das zeigt mir wie sehr ich meine Zeit hier genieße und dass Malta wirklich mein neues zuhause geworden ist.

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