Ein Freiwilliges Soziales Jahr auf Malta

Annika Bulke

Annika Bulke blickt mit ihrem Bericht auf ein Jahr Freiwilligenarbeit  in 2016/17 beim Projekt Inspire auf Malta zurück.

1. Rückblick auf ein Jahr Freiwilligendienst

Generell ging ich meinen Freiwilligendienst soweit ohne große Erwartungen oder Vorstellungen an. Ich wollte mir nicht vorher schon zu viele Gedanken über meine Einsatzstelle, das Land und das Leben dort machen, da ich sonst womöglich enttäuscht oder voreingenommen gewesen wäre. Die Seminare haben mir zwar kein sehr deutliches Bild von Inspire geliefert -Inspire ist aber eben auch so verschieden, speziell und einzigartig, dass man es kaum erklären kann- aber trotzdem waren die Seminare super hilfreich, weil für mich dadurch alles reeller und greifbarer wurde. Obwohl ich meine Erwartungen klein gehalten habe, hatte ich natürlich trotzdem ein paar Vorstellungen von Malta, Inspire und meinem Leben dort. Wenn ich an Malta dachte, dachte ich an Sonne, südländische Gelassenheit und Meer. Und das wurde absolut erfüllt! Ich hatte das Glück ein Jahr am Meer leben zu dürfen und schon jetzt vermisse ich den täglichen Strandgang. Auch die Gelassenheit fehlt mir ein wenig, obwohl ich doch auch ganz schön froh über die Verlässlichkeit hier in Deutschland bin. Ich bin froh, dass ich mich von Allem überraschen lassen und mir vorher nicht zu viele Gedanken gemacht habe, denn dadurch konnte ich Alles viel neutraler und ohne Enttäuschungen erleben.

2. Rückblick auf ein Jahr Projektarbeit

Inspire war für mich die perfekte Wahl und ich bereue überhaupt nicht dort gearbeitet zu haben. Das Arbeitsklima war unglaublich gut, die Freiwilligen werden wirklich gut aufgenommen und alle Festangestellten sind sich der großen Hilfe der Freiwilligen bewusst. Ich hatte nie das Gefühl „nur“ eine Freiwillige, sondern einfach ein Teil von Inspire zu sein. Ich konnte bei Problemen oder Wünschen ohne Zögern zu meiner Chefin gehen und ich hatte immer das Gefühl dort geschätzt und wahrgenommen zu werden. Da Inspire so unglaublich abwechslungsreich ist, hatte ich nie das Gefühl über- oder unterfordert gewesen zu sein, da man sich in allen Bereichen viel einbringen konnte, sich aber auch zurücknehmen durfte, falls man in einer Situation vielleicht nicht ganz so gut klar kam.

Das mit Abstand beste an Inspire ist aber die große Gruppe an anderen Freiwilligen aus ganz Europa. Hat man sich einmal eingelebt und in die Gruppe integriert -was dank der unglaublich herzlichen Mitfreiwilligen wirklich schnell geht- hat man eine große Inspire-Familie um sich, die man so schnell nicht mehr vergisst! Ich habe in meinem Jahr die tollsten Menschen aus verschiedensten Kulturen kennenlernen dürfen und bin so dankbar dafür. Generell würde ich Inspire Jedem empfehlen, denn Inspire ist offen für alles und Jeden. Ich denke aber, dass es für sehr strukturierte und organisierte Menschen vielleicht ein wenig schwieriger werden könnte, da Malta eben die typisch südländische Mentalität lebt. Gelassenheit, Flexibilität, dadurch aber eben auch Unzuverlässigkeit und Ineffizienz. Das spiegelt sich alles auch in Inspire wieder. Ist man aber spontan und offen für alles, oder will gerade das lernen, dann ist man bei Inspire genau richtig, da man oft ins kalte Wasser geschmissen wird und flexibel und kreativ sein muss.

3. Freizeit | persönliche Situation

Marsaskala ist einfach wirklich schön. Es ist zwar eine eher kleine Stadt, dafür ist sie aber kaum von Touristen „befallen“ und ist dadurch viel entspannter und maltesischer. Dazu kommt dass man alle wichtigen Plätze in Marsaskala zu Fuß erreichen kann -Arbeit, Strand, kleiner Supermarkt- und da alle Anderen der Inspire-Familie auch in Marsaskala wohnen ist abends immer etwas los. Einzige Abstriche macht man bei der generellen Lage Marsaskalas. Da Marsaskala im Süden und alle anderen spannenden Städte, Strände und Sehenswürdigkeiten eher im Norden sind, muss man oftmals lange und relativ umständliche Busfahrten auf sich nehmen. Aber für mich war Marsaskala perfekt und mit den ganzen Freiwilligen waren auch die längsten Busfahrten gut. :)

Für mich waren vor allem die letzten 3 Monate unglaublich positiv und die Besten Monate auf Malta. Der Sommer hat die Inspire-Familie nochmal mehr zusammengeschweißt und wir saßen bis zum Ende wirklich jeden Abend zusammen und haben den einen oder anderen Sonnenaufgang auf dem Hotel erleben dürfen. Auch die unglaublich vielen Festivals im Sommer waren für den Gruppenzusammenhalt wichtig und am Ende waren wir wirklich alle sehr eng befreundet was mir den Abschied umso schwerer gemacht hat.

4. Leben in einem anderen Land

Da ich wie schon erwähnt, ohne große Vorstellungen nach Malta kam, hat sich mein Eindruck in dem Jahr nicht viel verändert. Malteser sind sehr offen und herzlich, wodurch sich eigentlich gleich von Anfang an die Mentalität des Landes zeigt und man ziemlich schnell weiß worauf man sich eingelassen hat. Malta hat mir aber auch klargemacht, wie gut wir es in Deutschland, in einem fortschrittlichen und infrastrukturell ausgebauten Land haben. Auf Malta funktioniert vieles nicht so wie es soll, dann manchmal gar nicht und bei Regen geht sowieso alles den Bach runter. Mir wurde einfach klar wie wichtig Struktur ist aber ich habe auch gemerkt, dass ein bisschen Chaos und Spontanität auch mal dazu gehört.

5. Und jetzt?

Für mich hilft mir meine FWD-Erfahrung in meiner Lebensplanung insofern, dass ich viel über mich selbst lernen konnte und mir jetzt einfach in vielen Dingen klarer bin. Ich weiß jetzt sicher was ich machen möchte und kann viele Situationen viel selbstbewusster und lockerer angehen. Ich fände es auch schön meine Erfahrung kommenden FWD-lern weitergeben zu können.

6. Kurzes Resumee deines Jahres

Für mich war Malta und Inspire die beste Entscheidung die ich treffen konnte. Ich kann jetzt sagen, dass ich keinen Tag bereue und ich finde, dass das ein unglaublich gutes Gefühl ist. Ich habe in keinster Weise das Gefühl Zeit verschwendet zu haben, da ich so viel mitnehmen durfte. Ich habe viel lernen können, über mich selbst, die Arbeit mit Behinderten und über andere Kulturen und das ein Jahr lang direkt am Meer! An dieser Stelle Danke an das DRK für die unglaubliche Möglichkeit diese Lebenserfahrung sammeln zu dürfen!

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