Freiwilliges Soziales Jahr in Griechenland - Abschlussbericht

Leon Hegemann

Leon Hegemann hat ein Jahr bei der Evangelischen Gemeinde Deutscher Sprache in Thessaloniki verbracht. In seinem Abschlussbericht teilt er uns seine Erfahrungen, Erlebnisse und veränderte Wahrnehmungen mit.

1. Rückblick auf ein Jahr Freiwilligendienst

Bevor ich nach Griechenland gegangen bin um meinen Dienst anzutreten hatte ich vor allem eines: Vorfreude. Ich habe mir die Stadt auf Google angeschaut und auch die Internetseite der Gemeinde durchforstet. Meine Erwartungen haben sich zu Beginn eigentlich größtenteils erfüllt, unter anderem, dass Thessaloniki eine Metropole ist die nur so vor Leben sprüht.

Die Vorbereitung durch FreiWerk fand ich sehr schön und umfangreich, sowohl inhaltlich als auch das Miteinander auf den Seminaren haben einem das Gefühl gegeben Teil von etwas zu sein. Manche Themen wie z.B Interkulturelle Kommunikation waren vielleicht im Vorfeld etwas abstrakt. Haben sich dann aber in der Praxis während des Dienstes ausgezahlt, auch wenn einem das in dem Moment eventuell nicht bewusst war.

Die Begleitung durch FreiWerk war auch während des Dienstes sehr gut. Das Zwischenseminar war auch aufgrund dessen, dass man die ganzen Mitfreiwilligen treffen konnte ein voller Erfolg und ein wichtiger Erfahrungsaustausch in der Halbzeit des Projektes. Mehr noch konnte man sich selbst und seinen bisherigen Dienst, aber auch das wohnen und leben, nochmal mit etwas Distanz begutachten und daraus wichtige Schlüsse ziehen.

2. Rückblick auf ein Jahr Projektarbeit

Als Freiwilliger in der Gemeinde habe ich mich von Anfang an als Teil der Gemeinde gesehen. Ich wurde sehr herzlich von allen Mitarbeitern und Mitgliedern aufgenommen. Mit den Arbeitsbedingungen war ich sehr zufrieden. Die Stimmung auf der Arbeit ist meistens locker und es herrscht ein angenehmes Arbeitsklima.

Die Aufgaben in der Evangelischen Gemeinde sind sehr vielseitig, oftmals gibt es klare Aufgaben meistens muss man die Arbeit und die Bereiche in die man sich einbringen kann aber selbst entdecken. Überfordert habe ich mich zu keinem Zeitpunkt gefühlt, da mir alles genau erklärt wurde und man auf Grund der Atmosphäre in der Gemeinde auch keine Angst haben muss Nachfragen zu stellen. Tendenziell habe ich mich am Anfang in manchen Bereichen vor allem mental unterfordert gefühlt, was aber bei der Ausführung von simplen Tätigkeiten ganz normal ist und für mich auch absolut kein Problem war. Im Laufe des Dienstes habe ich mir dann aber das Vertrauen der Verantwortlichen erarbeitet und wurde auch mit wichtigeren Aufgaben betraut. Für mich persönlich aber noch viel bedeutsamer war, dass auch meine Meinung auch bei relevanten Themen von Belang war.

Meinen Nachfolgern lege ich ans Herz, unvoreingenommen an die Menschen in und um die Gemeinde heranzutreten und vor allem ehrliches Interesse an haben. Man sollte die Zeit, die man in der Gemeinde verbringt vielleicht nicht immer als reine Arbeitszeit sehen, sondern es geht um das Miteinander. Als Freiwilliger sollte man sich mit der Arbeit der Gemeinde identifizieren und die Gemeinde repräsentieren können. Insbesondere aber sollte man sich auch für einfache Tätigkeiten wie Putzen oder den Transport von Dingen nicht zu schade sein, da diese auch ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit sind. Ein FWD in der Gemeinde würde ich uneingeschränkt weiterempfehlen.

3.Unterkunft/Freizeit/ persönliche Situation

Unsere Wohnung die uns das DRK zur Verfügung gestellt hat fand ich wirklich in Ordnung und dem Rahmen des FWD angemessen. Die zentrale Lage und der kurze Arbeitsweg sind sehr praktisch. Natürlich gibt es immer bessere, aber die Wohnung ist trotzdem schnell zu einem Zuhause geworden. Aber das große Ziel war es ja eh relativ wenig Zeit in der Wohnung zu verbringen und lieber in Kontakt mit der griechischen Außenwelt zu treten.

Persönlich hatte ich am Anfang Schwierigkeiten dauerhafte Kontakte zu knüpfen, oftmals beschränkten sich die Kontakte auf einen Abend in der Bar oder im Café. Auch wenn die Kontaktdaten ausgetauscht wurden schliefen diese relativ schnell wieder ein. Im Frühjahr lernte ich dann auch endlich meine Freunde kennen woraus auch bis zum Ende des Dienstes (und darüber hinaus) eine sehr enge Freundschaft wurde. Die griechische Sprache zu lernen hat mir immer Spaß gemacht auch wenn ich, insbesondere am Anfang der einzig motivierte war und die anderen Freiwilligen mich etwas runter gezogen haben.

Im Nachhinein hätte ich mir gewünscht viel intensiver die Landessprache gelernt zu haben, besonders deutlich wurde mir das in meinem Griechischem Freundeskreis, wo ich doch oftmals mehr von den Gesprächen hätten verstehen wollen, obwohl sie mir zu liebe sehr viel Englisch gesprochen haben, darüber hinaus haben sie auch viel zur Verbesserung meiner Griechisch Kenntnisse beigetragen.

Negative Ereignisse gab es in dem Jahr bis auf ein größeres eigentlich nicht. Natürlich gab es immer mal wieder kleinere Tiefs aber die hielten fast nie länger als einen Tag. Positive Ereignisse gab es dagegen reichlich, angefangen auf der Arbeit wie die Durchführung Besonderer Veranstaltung wie z.B den Weihnachtsbasar oder unser Betriebsausflug oder den Besuch von Orten und Menschen die man so wahrscheinlich nie besucht hätte. Privat hatte ich auch viele sehr schöne Erlebnisse an die ich mich gerne zurückerinnern werde.

4.Leben in einem anderen Land

Mein persönlicher Eindruck von Griechenland hat sich insofern entwickelt, dass sich der Eindruck erst einmal wirklich gebildet und verfestigt hat. Bevor der Absolvierung meines Freiwilligendienstes war ich noch nie in Griechenland, ich hatte also nur eine vage beziehungsweise von Klischees durchzogene Vorstellung des Landes. Trotzdem hat sich mein Eindruck in dem Jahr soweit gewandelt, dass ich vieles was ich am Anfang möglicherweise neu oder sogar befremdlich fand liebgewonnen habe oder darüber hinaus mein persönliches Verhalten der „griechischen Art“ angepasst habe.

Ansonsten konnte ich in dem Jahr tiefe Einblicke in die griechische Kultur und den Alltag gewinnen. Mein Blick auf Deutschland hat sich auch etwas verändert, ich persönlich nehme manche Sachen nicht mehr so als Selbstverständlichkeit. Generell bin ich der Meinung, dass eine zweite Perspektive auf Deutschland meine Einstellung zu einigen Sachen verändert hat. Und ich bin froh, diese Perspektive durch mein Auslandsaufenthalt bekommen zu haben.

5. Herausforderungen/ offene Fragen/ Lernerfahrungen

Eine der Herausforderungen die ich an mich gestellt habe ist das Jahr und den Freiwilligendienst für mich zu bewahren und vor allem den Kontakt nach Griechenland nicht abreißen zu lassen, deshalb versuche ich so schnell wie möglich einen Besuch zu organisieren.

6.Und jetzt?

Nach jetzigem Stand hat der FWD einen sehr großen Einfluss auf meine Lebensplanung, ich habe den Plan verfestigt auf jeden Fall noch einmal für einen längeren Zeitraum nach Thessaloniki zu gehen, weiterhin werde ich versuchen mein Griechisch zu verbessern und vor allem hatte der Freiwilligendienst Einfluss auf meine Studienwahl und, dass ich mein Studium der Politikwissenschaft auf die internationale europäische Politik ausrichten möchte.

7. Resümee

Den Freiwilligendienst über das DRK bei der Gemeinde zu verrichten war die prägendste Erfahrung in meinem bisherigen Leben. Ich habe so viele Menschen kennengelernt, die mittlerweile einen immensen Stellenwert in meinem Leben haben. Die Erfahrungen die ich gemacht habe, werden auch in Zukunft großen Einfluss haben.

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